Geschichte des Stummfilms – Von den Anfängen bis zur Tonfilm-Ära

Die Geschichte des Stummfilms – Eine Reise durch die Anfänge des Kinos

Die Geschichte des Stummfilms umspannt rund drei Jahrzehnte – von den ersten bewegten Bildern der Brüder Lumière 1895 bis zur Einführung des Tonfilms Ende der 1920er-Jahre. In dieser kurzen Zeitspanne entwickelte sich der Film von einer Jahrmarktattraktion zu einer eigenständigen Kunstform, die die Welt für immer veränderte.

Die Anfänge (1895–1905): Vom Jahrmarkt ins Kino

Am 28. Dezember 1895 führten die Brüder Lumière in Paris erstmals Filme vor zahlendem Publikum vor. Kurze Alltagsszenen – ein einfahrender Zug, Arbeiter beim Verlassen einer Fabrik – versetzten die Zuschauer in Staunen. Gleichzeitig begann Georges Méliès, die Möglichkeiten des Films als Erzählmedium zu erkunden: Mit Tricks und Spezialeffekten schuf er fantastische Welten, darunter die berühmte „Reise zum Mond” (1902).

Die Formierung einer Kunstform (1905–1915)

In den USA entwickelte D.W. Griffith die Grundlagen der filmischen Erzählung: Großaufnahmen, Parallelmontage, dramatische Beleuchtung. In Skandinavien entstanden die ersten Autorenfilme, und in Italien beeindruckten monumentale Historienepen wie „Cabiria” (1914) mit ihren aufwendigen Kulissen.

Die goldene Ära (1915–1927)

Die 1920er-Jahre gelten als Blütezeit des Stummfilms. In dieser Epoche entstanden Meisterwerke, die bis heute zum Kanon der Filmgeschichte gehören:

  • Deutscher Expressionismus: „Das Cabinet des Dr. Caligari” (1920), „Nosferatu” (1922), „Metropolis” (1927) – verzerrte Kulissen, dramatische Schatten und psychologische Tiefe prägten den deutschen Film
  • Sowjetische Montage: Sergei Eisenstein revolutionierte mit „Panzerkreuzer Potemkin” (1925) die Filmsprache. Die Montage wurde zum wichtigsten Ausdrucksmittel
  • Hollywood-Komödie: Charlie Chaplin, Buster Keaton und Harold Lloyd schufen unsterbliche Komödien, die Millionen begeisterten
  • Skandinavisches Kino: Victor Sjöström und Mauritz Stiller drehten atmosphärische Dramen in der schwedischen Landschaft
  • Französische Avantgarde: Abel Gance, René Clair und andere experimentierten mit Form und Rhythmus

Das Ende einer Ära (1927–1930)

Mit „The Jazz Singer” (1927) begann die Tonfilm-Ära. Innerhalb weniger Jahre verschwand der Stummfilm fast vollständig aus den Kinos. Viele Filme gingen verloren – man schätzt, dass etwa 75% aller Stummfilme unwiederbringlich zerstört sind. Umso wertvoller sind die erhaltenen Werke, die wir heute bewahren und zugänglich machen.

Stummfilm heute

In den letzten Jahrzehnten hat eine Renaissance des Stummfilms eingesetzt. Aufwendige Restaurierungen, Stummfilm-Festivals weltweit und eine wachsende Fangemeinde sorgen dafür, dass diese einzigartige Kunstform lebendig bleibt. Der Stummfilm-Verleih trägt dazu bei, indem wir diese Filme einem breiten Publikum zugänglich machen.

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